powered by cineweb

Heute noch im Programm

Bachstrasse 15a
49477 Ibbenbüren

Kasse + Reservierung 0 54 51 / 94 85 55
Filmansage 0 54 51 / 94 85 50
Fax.: 0 54 51 / 94 85 40

info@apollo-kino.de

Facebook

Gelobt sei Gott


Alexandre (Melvil Poupaud) lebt mitsamt Frau und Kindern in Lyon.
Er ist Katholik und erfährt eines Tages durch Zufall, dass der
Priester, der ihn einst missbrauchte, als er noch bei den Pfadfindern
war, noch immer mit Kindern arbeitet. Diesen Gedanken kann Alexandrenicht ertragen und beschließt, etwas dagegen zu unternehmen. Mit François (Denis Ménochet) und Emmanuel (Swann Arlaud) schließen sich ihm zwei weitere Opfer an. So wollen sie sich von der Last ihres Schweigens befreien, auch wenn sie die Konsequenzen der Tat nie wieder loslassen werden.

Film Kritik Carsten Baumgardt
„Gott sei Dank.“ Wie konnte eine solche Floskel, noch dazu aus dem Mund eines Geistlichen, eine derartige Brisanz entwickeln? Gesagt hat sie Kardinal Philippe Barbarin 2016 im Zusammenhang mit den Missbrauchsvorwürfen gegen den französischen Priester Bernard Preynat. Dabei ist es der Bezug, der diese nur
scheinbar harmlose Aussage so toxisch macht. „Gott sei Dank seien die Taten bereits verjährt“, hat er da nämlich gesagt. Zu Recht hat das für einen Sturm der Entrüstung esorgt. Der Lyoneser Pater soll zwischen 1986 und 1991 in mehr als 80 Fällen gegenüber minderjährigen Kindern sexuell übergriffig geworden
sein, was die französische Kirche offenbar vertuschen oder zumindest unter den Teppich kehren wollte. Francois Ozon stellt sich in seinem eindringlichen Missbrauchs-Drama „Gelobt sei Gott“ auf die Seite der Opfer und formuliert eine ruhige und doch mitreißende filmische Anklage, die keinen Raum für zwei Meinungen
lässt. Die verstörten Missbrauchsopfer erwachen Jahrzehnte nach den Taten langsam aus ihren Traumata und formieren sic zum Widerstand, der zur Lawine wird.Lyon: Im Juni 2014 will der Banker Alexandre (Melvil Poupaud) nach Jahrzehnten der
seelischen Pein verhindern, dass etwas Ähnliches auch anderen Kindern zustößt. Er selbst wurde zwischen 1983 und 1986 von dem Pater Bernard Preynat (Bernard Verley) unter anderem während einer Pfadfinder-Freizeit sexuell missbraucht. Der fünffache
Familienvater und immer noch streng gläubige Katholik will eine Aussprache mit der Diözese und ist entsetzt, dass der zuständige Kardinal Philippe Barbarin (Francois Marthouret) zwar Verständnis für sein Leid äußert, aber nichts Konkretes gegen Preynat unternehmen will, der zudem in seinem Amt immer noch Kontakt zu Kindern hat.
Bei einer Begegnung gibt Preynat seine Taten zwar zu, ringt sich aber nicht zu seiner Entschuldigung durch weil er sich als Pädophiliekranker ebenfalls als Opfer sieht. Obwohl sein Fall längst verjährt ist, erstattet Alexandre Anzeige bei der Polizei und
macht sich auf die Suche nach weiteren Missbrauchsopfern von Preynat – und wird schnell fündig. Besonders Francois (Denis Ménochet) und der Arzt Gilles (Eric Caravaca) sind
angestachelt, Preynat endlich zur Verantwortung zu ziehen. Sie gründen den Selbsthilfeverein „La Parole Libérée“ (dt.: „Das befreite Wort“), der Opfern Gehör verschafft und die Anklage gegen Preynat forciert…

Partner von CINEWEB